Eisenbahnstrecke Rastatt – Wintersdorf – Haguenau

Geschichte und Zustand

Die Strecke Haguenau – Roeschwoog – Rastatt wurde am 1. Mai 1895 von Deutschland als Teil der badischen Rheinbahn zweigleisig eröffnet, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aber nur eingleisig wieder aufgebaut.

1913 benutzten täglich zwei Schnell-, zwei Eil-, zwölf Personen- und 13 Güterzüge die Wintersdorfer Brücke. Das Eilzugpaar verband Luxemburg mit Nürnberg.

Im Ersten Weltkrieg wurde ein intensiver Militärzugverkehr zur Westfront über die Brücke abgewickelt. Im Jahr 1919 kam die Brücke aufgrund des Versailler Vertrags komplett in den Besitz Frankreichs. Erst nach der Inbetriebnahme des ausgebauten gemeinsamen Grenzbahnhofs in Wintersdorf wurde am 17. Dezember 1922 der Zugbetrieb wieder aufgenommen. 1934 verkehrten fünf Personenzugpaare über die Brücke.

Der Personenverkehr wurde zunächst am 23. August 1938 eingestellt und im Mai 1942 wieder aufgenommen. Seit der Sprengung der Rhein brücke im Januar 1945 wurde kein Personenverkehr mehr durchgeführt.

Ein letzter Zugverkehr über die Brücke fand 1966 statt, als aufgrund der Anhebung der Rheinbrücke Kehl die Züge zwischen Deutschland und Strasbourg über die wiederhergestellte Wintersdorfer Rheinbrücke umgeleitet wurden. Unter anderem fuhr hier der ,Orient-Express’.

Auf französischer Seite fuhr der letzte Güterzug zwischen Oberhoffen und Soufflenheim am 16. Dezember 1973, zwischen Soufflenheim und Roeschwoog am 2. Juni 1991. Bis vor kurzem wurde ein kleiner Streckenabschnitt zwischen Haguenau und Oberhoffen militärisch genutzt. Weiter östlich ist die Strecke vorhanden, aber nicht mehr im Betrieb. Ab Roeschwoog wird sie noch genutzt als Gleisanschluss für das Industriegebiet von Beinheim. Und die Gleise liegen noch bis zur Rheinbrücke.

Auf deutscher Seite wurde der Personenverkehr am 7. Oktober 1950 zwischen Rastatt und Wintersdorf eingestellt. Die Brücke über die Landesstraße nach Wintersdorf ist noch vorhanden, aber „aufgebockt“, um die notwendige Durchfahrtshöhe für den Straßenverkehr zu erreichen. Für eine Benutzung durch den Schienenverkehr müsste sie abgesenkt werden. Genutzt wird die Strecke aktuell nur noch als Gleisanschluss des Mercedes-Benz Werks. Zwischen diesem und der Rheinbrücke gehört die Strecke inzwischen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG).

Weißbuch TransPAMINA
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